QR oder NFC? So finden Sie die richtige Technologie für Ihre Wallet-Karte

Zwei Technologien, eine Entscheidung
Für die meisten Treueprogramme reicht ein QR-Code völlig aus. NFC lohnt sich, wenn Geschwindigkeit, Kopierschutz oder das Erlebnis „Smartphone einfach hinhalten“ wichtig sind.
Eine Wallet-Karte lässt sich auf zwei Arten auslesen: Der Code wird vom Display gescannt, oder der Kunde hält sein Smartphone an das Lesegerät, wie beim Bezahlen mit Karte. Beide Wege funktionieren mit Apple Wallet und Google Wallet, unterscheiden sich aber bei Hardware, Vorbereitung und Budget. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, den richtigen zu wählen.
So funktioniert der QR-Code auf einer Wallet-Karte
Der QR-Code ist der einfachste und am weitesten verbreitete Weg. Auf der Karte steht ein Code, der den Kunden eindeutig identifiziert. Das Personal scannt ihn mit einem Smartphone, einem Tablet oder dem Scanner an der Kasse.
Sein größter Vorteil: Sie brauchen keine neue Hardware. Zum Scannen genügt jedes Smartphone mit Kamera. Viele vorhandene Kassensysteme und Terminals haben bereits einen Codescanner, den Sie nutzen können.
Die Schwäche des QR-Codes: Er ist nur ein Bild. Ein Kunde kann einen Screenshot machen und ihn an einen Freund schicken, und an der Kasse fällt das dem Personal kaum auf. Bei einer Stempelkarte für Kaffee ist das meist kein Problem. Bei einem Konzertticket oder beim Zutritt zum Fitnessstudio kann es eines sein.
So funktioniert NFC: Apple VAS und Google Smart Tap
Eine NFC-Karte funktioniert wie kontaktloses Bezahlen. Der Kunde hält sein Smartphone an das Lesegerät, und die Karte wird ausgelesen, ohne dass eine App geöffnet oder ein Code gescannt werden muss.
Apple und Google haben dafür jeweils ein eigenes Protokoll. Die Technik dahinter müssen Sie nicht kennen, aber es hilft zu wissen, was die beiden Protokolle leisten und was sie voraussetzen.
Apple VAS (Value Added Services) ist Apples Verfahren, um Treuekarten, Coupons und Tickets per NFC zu übertragen. Das Lesegerät sendet eine Anfrage, und das iPhone übergibt ihm die Daten Ihrer Karte verschlüsselt. Je nach Terminal lassen sich Treuekarte und Zahlung per Apple Pay mit einem einzigen Tap erledigen. Laut der Antwort eines Apple-Ingenieurs im Apple Developer Forum muss eine Karte, die NFC-Daten enthält, mit einem speziellen Zertifikat für Apple VAS signiert sein, das bei Apple beantragt wird.
Google Smart Tap ist das Gegenstück für Android und Google Wallet. Laut der Dokumentation von Google gibt sich das Terminal gegenüber dem Smartphone mit seiner Kennung (Collector ID) zu erkennen. Google Wallet sucht dann die passende Karte heraus und sendet sie an das Terminal. Die Verschlüsselung der Daten übernehmen Terminal und App.
Gemeinsam ist beiden: Ihre Karte „weiß“, an welches Lesegerät sie Daten übergeben darf, und die Daten werden verschlüsselt übertragen. Deshalb lässt sich eine NFC-Karte nicht mit einem Screenshot nutzen.
QR und NFC im Vergleich
QR liegt bei Einfachheit und Kosten vorn, NFC bei Geschwindigkeit und Sicherheit.
| QR-Code | NFC (Apple VAS / Google Smart Tap) | |
|---|---|---|
| So nutzt der Kunde die Karte | Öffnet die Karte und zeigt den Code | Hält das Smartphone an das Lesegerät |
| Hardware | Jedes Smartphone oder jeder Codescanner | Lesegerät oder Terminal mit Unterstützung für VAS und Smart Tap |
| Kopierschutz | Schwach: Ein Screenshot geht oft durch | Stark: Daten werden verschlüsselt gesendet, ein Screenshot funktioniert nicht |
| Freigaben | Nicht nötig | Apple-NFC-Zertifikat; die Plattform aktiviert Smart Tap |
| Zeit bis zum Start | Sofort | Wochen, je nach Freigabe und Hardware |
| Verbindung mit der Zahlung | Eigener Schritt | Mit einem einzigen Tap möglich, je nach Terminal |
| Reservelösung | — | Die Karte kann zusätzlich einen QR-Code für Lesegeräte ohne NFC haben |
Die letzte Zeile ist wichtig. Die Karte muss kein „Entweder-oder“ sein. Eine NFC-Karte kann auch einen QR-Code tragen und funktioniert so auch dort, wo es noch kein NFC-Lesegerät gibt.
Wann QR reicht und wann sich NFC lohnt
Hier ist QR die richtige Wahl:
- Der Wert eines einzelnen Scans ist gering. Ein Kaffeestempel oder rund zehn Punkte lohnen den Aufwand für einen Betrug nicht, ein Screenshot ist also kein echtes Risiko.
- Sie wollen sofort loslegen. Cafés, Bäckereien, Friseursalons und kleinere Geschäfte können ihr Programm noch am selben Tag starten, mit einem Smartphone am Tresen.
- Der Andrang hält sich in Grenzen. Wenn sich an der Kasse keine langen Schlangen bilden, stören ein paar Sekunden fürs Scannen nicht.
- Sie haben bereits einen Codescanner. Viele POS-Terminals können den Code auf der Karte auch ohne zusätzliche Entwicklung lesen.
Hier lohnt sich NFC:
- Die Karte öffnet Türen. Fitnessstudios, Coworking-Spaces und Büros wollen nicht, dass der Zutritt per Screenshot geteilt wird. NFC löst das.
- Die Karte ist Geld wert. Konzerttickets, Saisonkarten oder Geschenkgutscheine ziehen Kopierversuche an.
- Geschwindigkeit ist entscheidend. Am Einlass eines Festivals oder in einer Fast-Food-Kette summiert sich jede Sekunde pro Kunde.
- Sie wollen ein Erlebnis wie beim Bezahlen. Wenn Ihr Terminal das unterstützt (z. B. Apple VAS mit Apple Pay), kann der Kunde mit einem einzigen Tap bezahlen und Punkte sammeln.
So entscheiden Sie in drei Fragen
Wenn Sie weder Kopierschutz noch maximale Geschwindigkeit brauchen, ist der QR-Code der schnellste und günstigste Einstieg. NFC ergibt erst Sinn, wenn Ihr Lesegerät es unterstützt, und auch dann sollte die Karte den QR-Code als Reserve behalten.
Was Sie für eine NFC-Karte brauchen
NFC erfordert mehr Vorbereitung als QR, doch den Großteil der Arbeit übernimmt die Plattform, die Ihre Karten ausstellt.
- Prüfen Sie Ihre Hardware. Unterstützt Ihr POS-Terminal oder Lesegerät Apple VAS und Google Smart Tap? Fragen Sie Ihren Terminalanbieter. Ohne kompatibles Lesegerät funktioniert eine NFC-Karte nur als QR-Karte.
- Holen Sie das NFC-Zertifikat von Apple ein. Den Antrag stellen Sie bei Apple, und Apple muss ihn genehmigen. Ohne dieses Zertifikat funktioniert der NFC-Teil der Karte nicht.
- Aktivieren Sie Smart Tap für Google Wallet. Eine eigene Freigabe von Google ist nicht nötig: Die Plattform, die Ihre Karten ausstellt, richtet Smart Tap ein, und ein Terminal mit Unterstützung für Smart Tap wird mit einer Kennung (Collector ID) konfiguriert, die es mit Ihren Karten verknüpft.
- Testen Sie auf echten Geräten. Prüfen Sie vor dem Start mehrere iPhone-Modelle und Android-Smartphones an jedem Lesegerät.
- Bereiten Sie Ihr Personal vor. Erklären Sie, wie ein erfolgreicher Tap aussieht und was zu tun ist, wenn er nicht klappt. Deshalb ist es gut, wenn die Karte auch einen QR-Code als Reserve hat.
Fazit
Sie müssen sich nicht für immer festlegen. Die meisten Händler starten am schnellsten mit einem QR-Code auf der vorhandenen Hardware und führen NFC dort ein, wo es echten Mehrwert bringt: am Eingang, bei teureren Produkten oder an den Kassen mit dem größten Andrang.
Walletap hilft Ihnen, Wallet-Karten mit QR-Code sofort einzuführen, ohne neue Hardware. Für Eingänge und Zutrittskontrolle unterstützen wir Sie als zertifizierter Integrator für HID Origo auch bei NFC-Lösungen.
Sie sind nicht sicher, was Sie brauchen? Melden Sie sich bei uns, und wir prüfen gemeinsam Ihre Hardware und finden den besten Einstieg.